![]() |
|||||||||||||||||||
| VorbereitungenMan wandert üblicherweise nur einmal im Leben aus und wagt einen kompletten Neuanfang in einem anderen Land. Damit dieser nicht zu einer Bauchlandung oder einem Sturzflug wird, sollten Sie Ihr Vorhaben gründlich vorbereiten. Ich habe einige Punkte zusammengefasst, die Sie in jedem Fall beachten sollten.
GeldIn den meisten Ländern, die Deutsche für ihr Auswanderungsvorhaben auswählen, gibt es keine oder nur minimale Hilfen bzw. soziale Unterstützung. Daher ist es besonders wichtig, dass Sie ausreichend finanzielle Mittel anhäufen, die es Ihnen ermöglichen, auch mindestens 3-6 Monate ohne Einkommen im Zielland überleben zu können, d.h. Miete, Strom, Telefon, Kleidung, Nahrung, Krankenversicherung und medizinische Versorgung sowie ggf. Arbeitsmittel sollten Sie für diesen Zeitraum selbst aufbringen können. Wenn Sie gerade im Lotto gewonnen, Immobilien oder ein nettes Sümmchen geerbt haben, ist das kein Problem. Wenn nicht, sind Sie auf jeden Fall noch 1 Jahr oder länger in Deutschland gebunden und müssen Rücklagen schaffen. Denken Sie außerdem auch an die Kosten Ihrer Reise für Sie und Ihren Partner sowie ggf. Ihre Kinder / Familie. Wenn Sie Hausrat, Auto und ähnliches im Zielland einführen wollen, müssen Sie auch dazu entsprechende Kosten plus nicht unerhebliche Summen für den Zoll einkalkulieren. So kann es sein, dass Sie für Ihre Auswanderung schon einmal problemlos 10.000 bis 25.000 Euro haben müssen. Diese Summe reduziert sich allerdings ziemlich stark, wenn Sie schon von Beginn an einen Arbeitsvertrag und entsprechendes Einkommen haben. Sie merken also, worauf es ankommt: dass Sie anderen Ländern nicht auf der Tasche liegen. Nur Deutschland war so blöd, allzu lange Sozialamt der Welt zu spielen. Andere Länder legen darauf keinen Wert.
SpracheViele Auswanderer überschätzen ihre Sprachkenntnisse aus Schul- und Ausbildungszeiten. Auch kann man sich nicht überall mit Englisch behelfen. Es empfiehlt sich daher, sich darüber zu informieren, welche Sprachen in einem Land vorrangig gesprochen werden. Wenn es nicht gleich für die Landessprache reicht, so sollte man zumindest in einer "Zweitsprache" wie Englisch, Französisch oder Spanisch fit sein. In Norwegen kommt man sonst auch mit guten Grundkenntnissen in Dänisch und / oder Schwedisch ganz gut weiter. Daher empfiehlt es sich, vorab 1-2 Sprackurse an der Volkshochschule oder einer Sprachschule zu besuchen. Für viele Berufe gibt es außerdem Wörterbücher für branchen- oder technikbezogene Fachbegriffe. In Norwegen werden zwei Sprachen gesprochen, nämlich Bokmål und Nynorsk, wobei in Südnorwegen vorrangig Bokmål gesprochen wird. Nynorsk unterscheidet sich durch mehr Diphthonge (Doppellaute aus zwei Vokalen), differenziertere Endungen und volleren, vokalreicheren Klang. Englisch verstehen fast alle Norweger und selbst mit Deutsch kommt man ganz gut durch. Allerdings sollte man sich so schnell wie möglich die Landessprache aneignen, wenn man sich nicht nur als Tourist in Norwegen aufhalten will. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Unterscheidung von Schrift- und Lautsprache legen, die anfangs gar nicht so einfach ist, da das norwegische Alphabet drei Vokale mehr enthält und beispielsweise "ch" und "sch" in der norwegischen Sprache durch ki / ky und sk / sj / skj ersetzt wird. Gesprochen erinnert Norwegisch die Besucher meist an eine Mischung aus deutschem Platt und Englisch. Sie können daher gesprochen auch das eine oder andere verstehen, ohne jemals eine norwegische Vokabel gelernt zu haben.
JobsucheFür die Jobsuche können Sie Sich entweder direkt an Firmen in Norwegen oder an das norwegische Arbeitsamt Aetat wenden. Sie haben vor allem dann recht gute Aussichten auf einen Arbeitsplatz in Norwegen, wenn Sie im Gesundheitswesen (Arzt, Krankenschwester etc.), als Handwerker oder in der Industrie, z.B. als Ingenieur arbeiten wollen. Denn in diesen Branchen hat Norwegen ebenso regen Bedarf wie im Dienstleistungsbereich, beispielsweise im Hotel- und Gastronomie-Gewerbe. Wollen Sie hingegen ein Unternehmen in Norwegen aufbauen, erhalten Sie dazu fachlichen Rat von der deutsch-norwegischen Handelskammer und den Behörden im jeweiligen Ort. Da Norwegen zum europäischen Wirtschaftsraum / zur europäischen Freihandelszone gehört, haben Sie die Möglichkeit, dort auch eine Filiale Ihres Unternehmens in Deutschland zu eröffnen, was - je nach Fall - auch für die steuerliche Gestaltung vorteilhaft sein kann. Sie können dort also problemlos eine Niederlassung Ihrer GmbH oder Limited eröffnen, müssen sich jedoch auch dort um notwendige Schritte wie den Handelsregistereintrag und die Steuererklärungen kümmern.
WohnungFür eine Wohnung müssen Sie je nach Region ungefähr 25-50% höhere Mietkosten einplanen als in Deutschland. Dazu kommen dann noch die verbrauchsabhängigen Kosten für Strom und Telefon plus Internet-Anschluss. Selbst alleine in einer 1-2 Zimmer-Wohnung sollte man daher mindestens um die 500-600 Euro einplanen, für mehr Platz entsprechend mehr. Aber wie schon erwähnt, sind die Mietpreise dort auch sehr von der Region abhängig. Es sollte einleuchten, dass eine Wohnung in Stavanger, Bergen oder einer anderen größeren Stadt teurer ist als in einem kleinen Dörfchen zwischen Bergen und Trondheim.
MobilitätIn größeren Städten und deren Umkreis ist es weitgehend egal, ob Sie ein Auto haben oder nicht. Der öffentliche Nahverkehr ist mit zahlreichen Buslinien und Fährverbindungen recht gut ausgebaut, zwischen größeren Städten besteht außerdem in der Regel mindestens eine Verbindung per Zug oder Schnellfähre. Autos sind in Norwegen so teuer wie in kaum in einem anderen Land, ebenso der Zoll auf Fahrzeuge, die man als Einwanderer ins Land einführen will. Daher kann es besser sein, sich anfangs noch nicht in Deutschland abzumelden und das Auto weiter dort angemeldet zu lassen. Alternativ kann man diese Gelegenheit nutzen, sich ein neues / neueres Auto zuzulegen, bevor man für ein altes Auto, das eh in ein paar Monaten den Geist aufgibt, hohe Zollgebühren zahlt. Bleibt das Auto die ersten Monate in Deutschland angemeldet, ist mit der Versicherung zu klären, die lange bei Aufenthalt im Ausland der Versicherungsschutz gewährt wird und ob in diesem Zusammenhang besondere Versicherungsbedingungen gelten.
Weitere Einträge folgen in Kürze... |
||||||||||||||||||
| © 2006 A. Weber | |||||||||||||||||||