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Norwegen

 

Geographie

Mit einer Fläche von 323.759 km2 ist Norwegen fast so groß wie Deutschland, beherbergt jedoch nur ca. 4,6 Millionen Menschen auf dieser Fläche. Den größten Anteil der Fläche macht daher Ödland aus, die Bevölkerungsdichte beträgt 14,3 Einwohner je km2. Das Land ist 1752 km lang und 6,3 bis 440 km breit. Norwegens Küstenlinie erstreckt sich mi Fjorden und Buchten auf 21.465 km.

 

Klima

Trotz seiner nördlichen Lage hat Norwegen ein vergleichsweise mildes Klima. Der Golfstrom führt warmes Wasser an der Küste entlang gen Norden, so dass die Fjorde selbst im Winter eisfrei bleiben. So erklären sich auch die großen klimatischen Unterschiede in Norwegen: während an der Küste die Winter mild und die Sommer kühl sind, gibt es im Binnenland kalte Winter und warme Sommer.

 

Sprache

In Norwegen werden zwei Sprachen gesprochen, nämlich Bokmål und Nynorsk, wobei in Südnorwegen vorrangig Bokmål gesprochen wird. Nynorsk unterscheidet sich durch mehr Diphthonge (Doppellaute aus zwei Vokalen), differenziertere Endungen und volleren, vokalreicheren Klang. Englisch verstehen fast alle Norweger und selbst mit Deutsch kommt man ganz gut durch. Allerdings sollte man sich so schnell wie möglich die Landessprache aneignen, wenn man sich nicht nur als Tourist in Norwegen aufhalten will. Ein besonderes Augenmerk sollte man auf die Unterscheidung von Schrift- und Lautsprache legen, die anfangs gar nicht so einfach ist, da das norwegische Alphabet drei Vokale mehr enthält und beispielsweise "ch" und "sch" in der norwegischen Sprache durch ki / ky und sk / sj / skj ersetzt wird.

 

Währung

Die norwegische Währung besteht aus Kronen (NOK), wobei eine Krone 100 Øre zählt. Mittels EC-Karte kann man an den meisten Bankautomaten Geld abholen, besonders weit verbreitet sind Kreditkarten, mit denen fast überall gezahlt werden kann.

 

Kultur

Bilbiothekswesen und Literatur sind in Norwegen vergleichsweise stark, aber auch in Sachen Musik, Theater und bildende Künste hat Norwegen einige bekannte Namen hervorgebracht. Musikalisch ist vor allem Norwegens Metalszene bekannt, in der es zahlreiche über die Grenzen Norwegens hinaus bekannte Black Metal-Bands gibt, z.B. Immortal, Gorgoroth, Dimmu Borgir, Burzum und Tristania.

 

Staat / Verwaltung

Norwegen ist eine konstitutionelle Erbmonarchie auf parlamentarisch-demokratischer Basis. Das norwegische Parlament heißt Storting und besteht aus zwei Kammern. Der aktuelle König von Norwegen heißt Harald V., hält sich aber meist eher im Hintergrund. Kronprinz Haakon und dessen Frau Mette-Marit sollten jedoch durch verschiedene Medienauftritte bereits über die Grenzen Norwegens hinweg bekannt sein.

Die Parteienlandschaft ist breit gefächert und reicht von Konservativen über eine rechte Protestpartei über eine sozialdemokratische und eine christliche Volkspartei hin zu Liberalen und einer Linkspartei. Derzeit wird die Regierung von Sozialdemokraten, Linkspartei und der Interessenvertretung der Bauern unter Jens Stoltenberg gestellt.

Das Land ist in 431 Kommunen in 20 Verwaltungsprovinzen unterteilt, die Fylker genannt werden und sich wiederum auf 5 Regionen bzw. Landesteile verteilen.

Norwegen gehört nicht zur Europäischen Union, Volksabstimmungen zum EU-Beitritt fielen immer mit "Nein" aus. Jedoch ist Norwegen dem Schenger Abkommen beigetreten, so dass EU-Bürger auch ohne Visum dort einreisen können.

 

Wirtschaft

Eine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung Norwegens spielen zweifellos die Erdöl- und Erdgasfunde in der Nordsee, die Norwegen zum drittgrößten Erdöl- Exporteur der Welt machten. Norwegen selbst deckt seinen Energiebedarf mit Hilfe der Wasserkraft. Neben Öl und Gas ist vor allem die Industrie Norwegens sehr hoch entwickelt, insbesondere Technologien rund um die Erdöl- Förderung und der Offshore- Sektor. Daneben sind Branchen wie Schiffsbau, Kommunikationssysteme, Transformatoren- und Wasserkraftwerksbau und Elektro-Keramik hoch entwickelt. Weiterhin gilt Norwegen als einer der größten Exporteure von Magnesium und Aluminium. Landwirtschaft wird zwar lediglich auf 3% der Fläche im Süden Norwegens betrieben, vermag aber dennoch, sich zu über 54% mit Lebensmitteln selbst zu versorgen. Dabei spielen auch der Fischfang und die Lachszucht eine tragende Rolle.

Der Lebensstandard Norwegens ist der höchste der Welt. Das Einkommen pro Kopf betrug 2005 über 60.000 $, die Lebenserwartung beträgt im Schnitt 80 Jahre. In einem Ölfonds wird bereits jetzt für die Zeit nach dem Öl vorgesorgt. Je Einwohner sind so bereits über 34.000 Euro angelegt. Wie auch die Staatsausgaben für das Bildungswesen deutlich machen, wird Norwegen nach dem Öl seinen Schwerpunkt wohl vor allem auf die Industrie und die Hochtechnologie legen, wie es bereits heute vielfach der Fall ist.